Mag. Franz Doppelhofer
Rechtsanwalt
Mag. Franz Doppelhofer
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Strafsachen  Drucken 

StrafsachenWir wurden angezeigt.
Wir wurden befragt und beschuldigt.
Wir wurden sogar ins Gefängnis gesteckt.

Aber wir haben gar nichts Unrechtes getan! Das ist alles nur ein Missverständnis!

Wer kann uns helfen?

Unser Anwalt!

0316/228 338
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Aktiver Tierschutz als Milderungsgrund

Stellen sie sich vor, sie hören einen Hund aufjaulen. Einen kleinen Hund. Einen Welpen, der geschlagen wird. Sein "Herrl" reagiert nicht auf Zurufe und beschimpft Sie sogar, als Sie ihn zur Rede stellen. Einem Klienten von mir sind in so einer Situation die Nerven durchgegangen und er hat sich dazu hinreißen lassen, dem Anderen ins Gesicht zu schlagen. Was folgte, war eine Anzeige wegen Körperverletzung. Während der Hundehalter vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen wurde, weil der Hund (angeblich) nicht fest und oft genug geschlagen worden war, hat das Gericht meinen Klienten wegen Körperverletzung verurteilt. Geldstrafe € 3.000,00 oder 60 Tage Gefängnis.

Das Oberlandesgericht Graz hat das Urteil über meinen Antrag als nichtig aufgehoben und dem Gericht erster Instanz den Auftrag erteilt, mit Diversion vorzugehen (1Bs 110/17m). Dieser Antrag wurde von mir von Anfang an gestellt, am Landesgericht für Strafsachen Graz kannte man aber kein Erbarmen. Wesentliches Argument für die Aufhebung des Urteils war die nachvollziehbare Aufregung, in der sich mein Klient angesichts des geschlagenen Welpen befunden hat. Er wird jetzt zwar eine Geldbuße zu zahlen haben, bleibt aber ohne Vorstrafe.

 

Noch nicht einmal 14 und schon auf der Anklagebank?

Wenn ihr Kind in falsche Kreise gerät, kann es durchaus zu Konflikten mit dem Strafgesetz kommen. Sachbeschädigungen oder kleine Diebstähle passieren öfter und schneller als man als Elternteil glauben möchte. Bis zum 14. Geburtstag ist ihr Kind strafunmündig. Dies bedeutet, dass Übertretungen vor dem 14. Geburtstag nicht strafrechtlich geahndet werden. So weit, so gut.

Allerdings können auch bei der Staatsanwaltschaft und bei Gericht Fehler passieren. Am 3.6.2015 habe ich einen Strafantrag erhalten, über den wenige Tage danach am Landesgericht für Strafsachen Graz hätte verhandelt werden sollen. Hauptanklagepunkt: Im November 2014 hat eine Gruppe Jugendlicher in einer Schule einen Feuerlöscher ausgesprüht und die WCs zuerst verstopft und dann absichtlich übergehen lassen. Eine Täterin war am 23.12.2000 geboren worden, zur Tatzeit also noch nicht 14 Jahre alt. Trotzdem wurde auch sie angeklagt. So schnell kann es gehen und ihr Kind sitzt ohne Rechtsgrundlage vor dem Strafrichter.

Über meine Intervention wurde das Verfahren gegen die 13-jährige noch vor dem Gerichtstermin eingestellt. Ein Auftritt als Beschuldigte vor Gericht blieb ihr erspart.

 

P.S. Ein familieninternes Nachspiel hat die Angelegenheit mit Sicherheit (zu Recht) wohl noch gehabt!