Mag. Franz Doppelhofer
Rechtsanwalt
Mag. Franz Doppelhofer
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Bäuerliches Erbrecht - Anerbengesetz  Drucken 
Die bäuerliche Erbfolge unterliegt gesetzlichen Sonderregelungen. Diese sollen sicherstellen, dass wirtschaftlich lebensfähige landwirtschaftliche Betriebe erhalten bleiben. Die ansonsten oft üblichen Erbteilungen würden zu einer Aufsplitterung der landwirtschaftlichen Flächen in kleine Einheiten mit verschiedenen Eigentümern führen. Dies soll vermieden werden.

Das zur Anwendung kommende Anerbenrecht sieht daher vor, dass der vom verstorbenen Erblasser ausgewählte Übernehmer den Hof als Gesamtheit erhalten soll. Wird keine Nachfolgeregelung getroffen, ist der fähigste Nachkomme nach den im Gesetz festgelegten Kriterien zu bestimmen. Dabei ist zu berücksichtigen, ob die Nachkommen auf dem Erbhof aufwuchsen, zur Land- und Fortwirtschaft erzogen wurden und vielleicht bereits anderweitig versorgt sind. Erfüllen mehrere Erbanwärter die nötigen Voraussetzungen, gilt in der Steiermark Ältestenrecht. Der Erbhof ist dem ältesten Kind des Verstorbenen zuzusprechen.

Als Gegenleistung hat dieser den sogenannten Übernahmspreis in die Verlassenschaft zu bezahlen. Der Übernahmspreis ist so festzulegen, dass er aus den Erträgnissen der Landwirtschaft finanziert werden kann, ohne dass Teile abverkauft werden müssen. Er liegt aus diesem Grund regelmäßig deutlich unter dem Verkehrswert.

Neben dem Wunsch, die elterliche Landwirtschaft zu übernehmen und selbstständig als Betriebsführer tätig zu sein, ist diese Wertdifferenz oft Auslöser für Streitigkeiten unter den Nachkommen. Es kommt zu langwierigen Gerichtsverfahren, der landwirtschaftliche Betrieb bleibt während dieser Zeit mangels konkret verantwortlicher Person oft unbewirtschaftet und erleidet dadurch Nachteile. Naturgemäß entwickeln sich die Rechtsstreitigkeiten auch immer wieder zu persönlichen Streitereien unter den Nachkommen und deren Familien.

Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig Vorsorge zu treffen und die Nachfolgefrage zu regeln. Dies kann zu Lebzeiten durch einen Übergabsvertrag geschehen, aber auch in Form eines Testamentes. Kompetente anwaltliche Beratung hilft ihnen dabei, faire, wirtschaftlich tragbare Lösungen zu finden und Streitereien und Streitpunkte für die Zukunft weitestgehend zu vermeiden. Falls es zu erbrechtlichen Streitigkeiten kommt, benötigen sie erst recht einen kompetenten Rechtsanwalt. Aufgrund meiner Erfahrung aus einem inzwischen länger als 3 Jahre dauernden Rechtsstreit über einen Erbhof in Semriach, den ich für meine Mandantin gewinnen konnte,  bin ich in der Lage, ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen.